Warum Streitschlichtung am THG?

Auch wenn das THG sicherlich nicht mit schwerwiegenden Gewalt-, Mobbing- oder Vandalismusproblemen zu kämpfen hat, treten kleinere Konflikte, Beleidigungen, Ausgrenzungen und Sachbeschädigung durchaus im Schulalltag auf. Um eben diesen Störfaktoren entgegenzuwirken und damit dem Leitbild des THGs als positiv empfundener, angstfreier Lebensraum zu entsprechen, wurde 2008 das Streitschlichtungsprogramm initiiert.

Diese Form der Schulmediation wirkt in vielerlei Richtungen positiv auf das Schulklima allgemein und auf einzelne Schülerinnen und Schüler speziell. Sie leistet dabei viel mehr, als nur die Tatsache, dass sie hilft, ganz konkrete und aktuelle Konflikte zu lösen. Die Kinder und Jugendlichen erfahren durch die Durchführung der Schlichtungsprozesse eine faire Methode, wie sich Streitigkeiten lösen lassen und darüber hinaus, wie man sich nach einem durchstandenen Konflikt gegenseitig achtend und wertschätzend begegnen kann. Gleichzeitig wird dadurch die schulische Grundstimmung durch den Abbau von Spannungen und Feindseligkeiten verbessert, die Schülerbeteiligung gefördert und nicht zuletzt die Schüler-Schüler und auch die Schüler-Lehrerbeziehungen positiv beeinflusst.
Das THG will Schülerinnen und Schülern, bei denen die Fähigkeiten zur friedlichen Konfliktlösung nur unzureichend entwickelt sind, auf diesem Wege helfen, ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern und sie somit in ihrer Entwicklung hin zur persönlichen Entfaltung in sozialer Verantwortung unterstützen. Sie sollen zunehmend befähigt werden sich mit den an unserer Schule gelebten Werten, Wertsystemen und Orientierungsmustern auseinanderzusetzen und diese als für sich bedeutsam zu verstehen. Kooperations- und Verständigungsbereitschaft aber auch Gleichberechtigung und Kritikfähigkeit wird dadurch als wesentliches Merkmal einer demokratischen Gesellschaft als bedeutsam erfahren und die Entwicklung von Toleranz, Solidarität und interkultureller Akzeptanz durch dieses Vorgehen unterstützt. Somit wird durch die Umsetzung des Streitschlichterkonzepts auch ein Beitrag zur Umsetzung des Wertekonzepts am THG geleistet.

 

Strukturierung und Ziele der Streitschlichterausbildung

Die Streitschlichterausbildung erfolgt am THG in Form einer mehrtägigen (3-4tägig, je nach Anzahl der Anmeldungen) Kompaktveranstaltung in der Schule selbst. Hierzu können sich interessierte Schülerinnen und Schüler der Jgst. 9 und 10 melden. Diese werden durch die Ausbildung zum und Arbeit als Streitschlichter ebenfalls in vielfältiger Hinsicht in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt. Sie verbessern vor allem ihre Kommunikationskompetenzen und ihr Empathievermögen, aber beispielsweise auch ihre Sensibilität für niederlagenlose Konfliktbeilegung.


Ablauf der Ausbildung


1.Tag
•    Ziele der Ausbildung
•    Vorstellungsrunde
•    Konflikte und Konfliktpotentiale an unserer Schule
•    Film → Beispiel für einen Streitfall
•    Intuitivlösungen → Ableitungen von Fähigkeiten / Eigenschaften/verhalten eines guten Streitschlichters
•    Phasenstruktur des Schlichtungsprozesses
•    Einleitung einer Schlichtung (Erprobung)
•    Sachverhalt klären und Anteile finden (Erproben)
•    Lösungen suchen und Verständigung finden (Erproben)
•    Abgleich mit der Intuitivlösung
•    Fallbeispiele durchspielen
•    Film → bis zum Ende
•    Tagesabschlussreflexion

2.Tag
•    Gefühle pantomimisch darstellen
•    Nichtsprachliche Ausdrucksmöglichkeiten und Probleme die aus diesen resultieren können
•    Streitfall „Tischtennisplatte“ → Fokus auf nonverbale Kommunikation
•    „Welches Gefühl steckt dahinter?“ Praxisübung
•    Ich-Botschaften – Was ist das?
•    Verbale Reaktionen auf einen Konflikt → neues Fallbeispiel
•    Offenes und verdecktes Äußern
•    Partnerübungen zu Ich-Botschaften
•    Tagesabschlussreflexion

3.Tag
•    Aktives Zuhören
•    Bedeutung des Zuhörens für den Schlichtungsprozess
•    Merkmale aktiven Zuhörens
•    Dreier-Übung (Erzähler - Zuhörer- Beobachter)
•    Angemessen Formulieren
•    Vereinbarungen schriftlich festhalten
•    Zeitmanagement – Zeiteinteilung im Schlichtungsprozess
•    Rollen- und Fallbeispiele
•    Abschlussreflexion in der Gesamtgruppe

 

Organisation des Schlichtungsalltags

Alle neuen Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen der Eingewöhnungswoche über die Existenz und das „Wo-was-wie“ der Streitschlichtung am THG von aktiven Streitschlichtern informiert. Somit wird den Fünftklässlern ein zusätzliches Element zur Vereinfachung des Starts an der neuen Schule an die Hand gegeben.
Ausgehängte Pläne informieren über die jeweiligen Schlichtungspaare die in der ersten bzw. zweiten großen Pause im Streitschlichtungsraum C06 an den jeweiligen Tagen Dienst haben. Schülerinnen und Schüler können dann von selbst, oder auch beispielsweise von Kollegen geschickt, die Dienste der Streitschlichter in Anspruch nehmen. Über entsprechende Listen werden die Anwesenheiten sowohl der Streitenden als auch der Schlichter dokumentiert.

 

Kontakt

Theodor Heuss Gymnasium (THG)
Humpertstr. 19, NRW
58097 Hagen

Telefon: 0 23 31 / 98 18 90
Telefax: 0 23 31 / 98 18 949

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www.thg-hagen.info

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